Appalachia – Robert Rittermann

Turbulente Abenteuergeschichte

Appalachia-Lost Project 2 © Robert Rittermann
Appalachia © Robert Rittermann

Der 17jährige Tom landete aus dem Jahr 2383 in der Kreidezeit. Aus einer Kurzschlusshandlung heraus. Der todbringende Gringer-Asteroid traf die Erde eher als angenommen. Tom rettete sich als blinder Passagier auf einer Zeitreiseplattform vor der Feuerwalze und geriet in ein Abenteuer à la Jurassic Park.

Ein Team erfahrener Astronauten und Wissenschaftler, angeführt von Toms Vater, soll durch einen Zeitsprung in die Urzeit das spätere Überleben des Planeten Erde sichern. Eine wissenschaftliche Station mit Containern voller Ausrüstungsgegenstände reiste mit durch die Zeit. Sie landete mitten im Territorium eines Raubsauriers, dem nicht einmal gehärteter Stahl gewachsen ist.

Im ersten Band „Unter fremden Sternen“ hatte ein wütender Theropode den einzigen Transportgleiter des KPG-Projekts (Kreide-Paläogen-Grenze) aus der Luft geholt. Der hier besprochene Band 2 beginnt mit der Bergung des Fluggeräts und seiner notdürftigen Reparatur. Die Wissenschaftler brauchen es, um Satelliten im Orbit zu stationieren. Das Team soll den Ursprung des Gringer-Asteroiden lokalisieren und zerstören.

Die beiden SciFi Debütromane des jungen Autors haben es in sich.

Von Anfang an baut Robert Rittermann einen hohen Spannungsbogen auf und es gelingt ihm, diesen zu halten. Der erste Band hatte die ein oder andere harmlose Kinderkrankheit, die der zweite Band überwinden konnte. Die Grundidee ist ein Konglomerat bekannter Settings wie zum Beispiel Armageddon, Jurassic Park und verschiedener Zeitreise-Szenarios. In dieser Kombination erscheint sie neuartig. Weltrettung, Dinosaurier, Raumfahrt: Das Gemisch funktioniert in „Lost Project – Appalachia“.

Herzrasen

Rittermann lässt seine Protagonisten nicht zu Atem kommen. Bei aller Eile schafft er es, das schwierige Sozialgefüge innerhalb des Teams zu beleuchten. Unterschiedliche Auffassungen von Prioritäten, Machtkämpfe und die Probleme, die die einzelnen Mitglieder aus der Zukunft mitgebracht haben, bedrohen neben der unberechenbaren Natur das Projekt. Tom muss sich innerhalb der hochstudierten Teammitglieder bewähren und wächst über sich hinaus. Nach und nach respektieren ihn die Erwachsenen und sind froh um seine kräftig zupackenden Hände.

„Hier ging es um Leben und Tod, und zwar in jeder Sekunde.“ [S. 143]

Unter fremden Sternen-Lost Project 1© Robert Rittermann
Unter fremden Sternen © Robert Rittermann

Der Autor kennt sich wie sein Held Tom mit der Geschichte der Dinosaurier und ihrer Arten aus. Was er dem Leser davon mitteilt, vermittelt er nebenbei, niemals aufgesetzt oder belehrend. Die Paläontologie-Lehrstunde hat er klasse hinbekommen. Er hält sich nicht an allgemeines Wissen, sondern lässt Team und Leser schmerzlich erleben, dass ein als Pflanzenfresser geltender Dino einen kräftigen Männerschenkel nicht verschmäht. Von Anfang an ist jede Szene spannungsgeladen. Das Buch lässt sich gut in einem Rutsch verschlingen.

Cover und Innen-Illustrationen stammen ebenfalls vom Autor. Sie lockern den Text auf, wenn der Leser vor lauter albtraumartiger Überraschungen Herzrasen bekommt.

Ein wenig Unverständnis herrscht bei der Rezensentin darüber, warum es zwei Bücher sein mussten. Der erste Band wirkt unvollständig und der zweite Band lässt den Leser mit einer hohen Erwartung zurück, wie es in Band drei weiter geht. Bis dahin wird es wohl eine Weile dauern. Den werde ich auf jeden Fall ebenfalls lesen.

Amandara M. Schulzke

Appalachia
Lost Projects Band 2
Robert Rittermann
Science-Fiction
Flying Cheese
November 2018
169

Funtastik-Faktor: 79

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