Fritz Leiber

Fritz Reuter Leiber jr. kam an Heiligabend 1910 in Chicago/Illinois zur Welt. Seine Eltern, Fritz Leiber senior und Ehefrau Virginia, waren beide Shakespeare-Schauspieler, der Vater in zahlreichen Hollywood-Filmen zu sehen.  Nach einem Philosophie- und Psychologie-Studium an der Universität Chicago trat er selbst kurze Zeit als Theaterschauspieler und in Filmen auf. 1936 heiratete er die walisische Dichterin Jonquil Stephens und zog mit ihr nach Hollywood, in der Hoffnung, beim Film und mit dem Schreiben von Horror-Geschichten Geld zu verdienen. auf. Denn seine wahre Liebe galt der Schriftstellerei.

Die Anfänge

Aufmerksam geworden auf die „Weird Tales“ von H.P. Lovecraft trat Fritz Leiber jr. in Kontakt mit dem Schriftsteller und dieser ermutigte ihn zu eigenen Werken. In der zweiten Hälfte der 30er Jahre begann Leiber mit Horror-, SF- und Fantasy-Geschichten, die für die Öffentlichkeit bestimmt waren. 1938 sollte „Two Sought Adventure”, eine Geschichte aus der Nehwon Welt, seine erste Veröffentlichung werden.

Ebenfalls in der Nehwon Welt angesiedelt sind die Romane um „Fafhrd und der Graue Mausling“ (ab 1968), Leibers erfolgreichste Fantasy-Kreation, die ihn Zeit seines Lebens begleitete.

Seinen ersten Roman veröffentlichte Leiber 1943 „Conjure Wife“ (dt. „Spielball der Hexen“), ein moderner Horrorroman. Weitere Kurzgeschichten und Novellen folgten, obwohl Leiber bis 1956 in Chicago und Los Angeles als Redakteur, Qualitätsprüfer für Flugzeuge und Sprachlehrer tätig war. Ab 1956 war er dann Vollzeit-Schriftsteller.

Zahlreiche Auszeichnungen

Für „The Big Time” (dt. „Eine große Zeit”) erhielt Leiber den ersten „Hugo Gernsback Award”, bereits 1965 einen weiteren für „The Wanderer” (dt. „Wanderer im Universum”). In den folgenden Jahrzehnten gewann Leiber praktisch alle wichtigen Preise der phantastischen Literatur, den Hugo– und Nebula Award gleich mehrfach. Für die grandiose Lovecraft-Neuinterpretation „Our Lady of Darkness” (dt. „Herrin der Dunkelheit”) wurde ihm 1978 der „World Fantasy Award” verliehen. Leiber litt an Alkoholsucht, ebenso wie seine Ehefrau. Jonquil verstarb 1969 an einer Überdosis Tabletten, was ihn dazu brachte, endlich trocken zu werden. In „Our Lady of Darkness” mutete er seinem Protagonisten Franz Westen die eigenen Erfahrungen aus der Suchtperiode zu.

Die letzten Jahre

Leibers Geschichte und Romane gehören sämtlichen phantastischen Genres, Fantasy, SF und Horror, an. Häufig erzählte er genreübergreifend. Er galt als einer der Begründer der Sword & Sorcery -Fantasy. Seine neueren Storys waren wesentlich komplexer und hintergründiger, was nicht bei jeder Leser:in und Kritiker:in gut ankam. 1992 heiratete Leiber ein zweites Mal. Im Sommer desselben Jahres erlitt Leiber einen Zusammenbruch, von dem er sich nicht mehr erholte. Am 5. September 1992, kurz vor seinem 82. Geburtstag, verstarb er.

Phantastische Literatur von Fritz Leiber

Fantasy

Die Abenteuer von Fafhrd und dem Grauen Mausling

Schwerter und Teufelei 1972
Schwerter gegen den Tod   1972
Schwerter im Nebel / Schwerter im Kampf 1973
Schwerter gegen Zauberei 1973
Schwerter von Lankhmar 1973
Schwerter und Eiszauber 1981
Ritter und Knappe des Schwerts 1997

Fafhrd-Neuerscheinungen

Der unheilige Gral 2004
Die Herren von Quarmall 2005
Der traurige Henker 2006
Das Meerweib 2007

Horror

Ein Gespenst sucht Texas heim 1974
Herrin der Dunkelheit 1980
Die Umtriebe des Daniel Kesserich 2005

Science Fiction

Changewar-Serie

Eine tolle Zeit / Eine große Zeit 1974
The Mind Spider orig. 1961
The Changewar orig. 1983

 

The Creature from Cleveland Depths 2007