Weg ins Nichts – Francis Knight

Fantasy trifft auf Cyberpunk

Weg ins Nichts - Francis Knight © Papierverzierer Verlag
Weg ins Nichts © Papierverzierer Verlag

„Weg ins Nichts“ von der britischen Autorin Francis Knight ist der Auftaktroman zu einer Reihe um den Privatdetektiv Rojan Dizon, der in einer im Wortsinn aufstrebenden Megacity lebt und arbeitet. Mahala ist in die Höhe gebaut, gigantische Wolkenkratzer und zahlreiche Zwischenebenen prägen das Stadtbild. Die unteren Stadtviertel werden durch die Spiegelung des Sonnenlichts notdürftig erhellt. Den oberen, reichen Vierteln allein ist echtes Sonnenlicht vorbehalten und ganz unten erhellt ausschließlich künstliches Licht die düstere Szenerie. Eine leuchtende Substanz namens Glimm sorgt für Elektrizität. Zuvor war das effektivere Synth verwendet worden, doch das hatte tödliche Begleiterscheinungen, an denen Menschen qualvoll gestorben sind. Rojans Mutter war eine von ihnen.

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Weg ins Nichts
Rojan Dizon - Band 1
Francis Knight (Übersetzung Melanie Vogltanz)
Steampunk/Cyberpunk
Papierverzierer Verlag
Dezember 2014
416

Funtastikfaktor: 69

Das Gleismeer – China Miéville

Mit dem Maulwurfszug zum Horizont

Das Gleismeer © Heyne
Das Gleismeer © Heyne

Das Gleismeer – ein unendliches, verbundenes, verknotetes, chaotisches Wirrwarr aus Gleisstrecken verbindet Inseln, auf denen sich verschiedene Siedlungen und Städte geformt haben. Die Gleise stammen aus einer Welt vor langer Zeit, sie wurde von konkurrierenden Bahnkonzernen vergiftet und zerstört. Der Bereich zwischen den Gleisen ist nun höchst gefährlich, denn abscheuliche Kreaturen bevölkern das Erdreich. Und den Himmel, den ohnehin ein dichter Smog verdeckt. Und doch ziehen Menschengruppen wie Gleisnomaden, Piraten, Jäger, Händler und Sammler über die Gleise. Sie fahren in Zügen mit allerlei Antriebsarten, zum Beispiel mit Dampf- oder Dieselantrieb, mit Segeln, Sklaven und Fusionsenergie.

Sham wurde von seinen Cousins auf die Medes, einen Zug der Maulwurfsjäger geschickt.

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Das Gleismeer
China Miéville
Steampunk/ Dieselpunk
Heyne
Januar 2015
400

Funtastik-Faktor: 88

Perdido Street Station – China Miéville

Schräger und schöner geht Phantastik kaum

Perdido Street Station © Heyne
Perdido Street Station © Heyne

Der Heyne Verlag hat Anfang 2014 eine neue Ausgabe des Phantastik-Klassikers „Perdido Street Station“ von China Miéville herausgebracht. Erschienen sind die Bücher erstmals in den frühen Jahren unseres Jahrtausends, 2000 bei Macmillan in UK als ein Originalband „Perdido Street Station“. Zwei Jahre später erschien die deutsche Übersetzung von Bastei Lübbe in zwei Bänden, betitelt mit „Der Falter“ und  „Der Weber“. Eine einbändige Amazon-Sonderausgabe mit dem Originaltitel erschien ebenfalls 2002. „Perdido Street Station“ löste wahre Begeisterungsstürme unter Lesern und Rezensenten aus und gewann 2003 den Kurd-Laßwitz-Preis als bestes fremdsprachiges Werk und die Übersetzerin Eva Bauche-Eppers den für die beste Übersetzung.

Was die Kategorisierung des Werks – ein Laster, von dem Rezensenten nicht lassen können – angeht, so tut man sich schwer, eine einheitliche Formel zu finden. Gern wird „Perdido Street Station“ zu einem der Standardwerke des Steampunk erklärt. Weiterhin trifft man auf so originell klingende Begriffe wie „New Weird“ oder „Speculative Fiction“.

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Perdido Street Station
China Miéville
Steampunk/Weird Fiction
Heyne
2006
848

Funtastik-Faktor: 90