Der Dieb in der Nacht – Katharina Hartwell

Das Kunstwerk vom Täuscher

Der Dieb in der Nacht © Berlin Verlag
Der Dieb in der Nacht © Berlin Verlag

„Dies ist kein Abschied, denn ich war nie willkommen.“ (aus „Im Ascheregen“ – Casper)

Felix verschwindet nach seinem Abitur, kurz bevor er seine Heimatstadt Berlin in Richtung Frankfurt verlassen wollte. Es geschieht in Dornheim, dem Sommerferienort der Familie Heller. Felix hat hier mit seiner Mutter Agnes, der Schwester Louise und seinem Freund Paul viele Ferien verlebt. Zehn Jahre später ist noch immer völlig unklar, was mit Felix geschehen ist. Ist er tot, oder lebt er nun woanders?

Die Zurückgebliebenen kommen nicht über den Verlust hinweg. Louise beginnt ein Studium, bricht es aber wieder ab, backt und verkauft nun Cupcakes und lebt vom Geld ihrer Mutter. Agnes ist Professorin und ausgerechnet nach Frankfurt gezogen. Von ihrem Mann Simon hat sie sich längst getrennt und ihn nach Island ziehen lassen. Paul hat sein Germanistik-Studium durchgezogen und wartet nun darauf, eine Doktorandenstelle anzutreten. In der Zwischenzeit fotografiert er in Prag und trifft dort – Felix.

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Der Dieb in der Nacht
Katharina Hartwell
Phantastik-Plus
Berlin Verlag
August 2015
320

Funtastik-Faktor: 74

Das Fremde Meer – Katharina Hartwell

Moderne Phantastik von seiner schönsten Seite

Das Fremde Meer © Berlin Verlag
Das Fremde Meer © Berlin Verlag

„Das Fremde Meer“ von Katharina Hartwell wurde 2014 mit dem Förderpreis für Phantastische Literatur Seraph als „Bestes Debüt“ ausgezeichnet. Zu Recht möchte man nach der Lektüre sagen, selbst wenn man die anderen nominierten Werke nicht kennt.  Denn „Das Fremde Meer“ repräsentiert schon aufgrund seines Aufbaus die Vielfältigkeit der Phantastischen Literatur ideal.

Der Roman besteht aus zehn Kurzgeschichten. Neun abgeschlossene Stories hat Katharina Hartwell in eine in mehreren Teilen erzählte Rahmengeschichte eingebettet. Letztere spielt in unserer Realität, die anderen in verschiedenen, mehr oder minder surrealen Welten und vergangenen und zukünftigen Epochen. Untergliedert ist das Werk in drei Schauplatz-Bereiche und als Intros der Geschichten dienen Zitate, Fotos oder Zeichnungen.

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Das Fremde Meer
Katharina Hartwell
Phantastik-Plus
Berlin Verlag
Juli 2013
576

Funtastik-Faktor: 88

Der Räuberbräutigam – Eudora Welty

Satirisches Märchen über den Weg von der Wildnis in die bürgerliche Gesellschaft

Der Räuberbräutigam© Klett-Cotta
Der Räuberbräutigam © Klett-Cotta

Clement Musgrove, ein Pflanzer aus Louisiana, hat es zu Grundbesitz und Wohlstand gebracht. Nachdem er Tabak an Briten verkauft hat, verbringt er auf der Heimreise eine Nacht in einer Herberge. Er teilt das Bett mit zwei ihm unbekannten Männern, dem Räuber Jamie Lockhart und dem Flachbootmann Mike Fink. Der betrunkene Mike versucht die beiden Männer zu töten, Jamie rettet Clement das Leben. Am nächsten Morgen trennen sich ihre Wege. Clement kommt mit Geschenken heim zu seiner zweiten Frau, der hässlichen Salome, und seiner schönen Tochter Rosamond, die ein wunderbares grünes Kleid bekommt. Salome hasst ihre Stieftochter und schikaniert sie, wenn Clement unterwegs ist. Eines Tages kehrt Rosamond nackt vom Kräutersammeln im Wald zurück. Sie wurde von dem ihr unbekannten Jamie, der sich mit Beerensaft unkenntlich gemacht hat, ausgeraubt. Clement bittet Jamie, den Unhold zur Strecke zu bringen, der seine Tochter überfallen hat. Im Gegenzug soll Jamie Rosamond heiraten dürfen, die allerdings total verschmutzt ihm gegenübertritt, weshalb er sie nicht erkennt.

Der Schein mag täuschen, ist aber schöner als die Wirklichkeit

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Der Räuberbräutigam
Eudora Welty
Phantastik-Plus, Fantasy, Märchen
Klett-Cotta
September 2015
156

Funtastik-Faktor: 94%