Phantastische Lesungen auf der RPC 2015 in Köln

Bernhard-Hennen © Eva Bergschneider
Bernhard-Hennen © Eva Bergschneider

Seit 5 Jahren pilgere ich Jahr für Jahr zur Role Play Convention in die Kölner Messehallen, obwohl ich gar kein Rollenspieler bin. Mein Ziel: das Lesecafé, in dem Phantastik-Autoren, populäre wie Newcomer, ihre aktuellen Werke vorstellen und mit den Lesern diskutieren.  Vor einigen Jahren wechselten sich dort Autoren wie Andrzej Sapkowski, Markus Heitz, und Kai Meyer mit weniger bekannten Kollegen ab. Zwischen den  Headlinern platziert lasen auch die Nachwuchsautoren vor einem zahlreichen und aufgeschlossenen Publikum. Das Lesecafé war ein Ort für Neuentdeckungen und für eifrige, manchmal  fast intime Diskussionen zwischen Lesern und Autoren. Bis zum letzten Jahr. 2014 war das Team der WerkZeugs KG aus der Organisation ausgestiegen. Das Programm fiel daraufhin extrem mager aus, Ankündigungen in der Halle fehlten und  entsprechend lasen die wenigen eingeladenen Autoren vor leeren Stuhlreihen. Für dieses Jahr fand man mit dem Verlag Feder & Schwert einen neuen Organisator und somit keimte Hoffnung auf neues Leben im  Lesecafé.

Am Samstag lasen dort unter anderem Anja Bagus und Tom Daut, Bernhard Hennen, Wolfgang Hohlbein, Alex Jahnke, und Ju Honisch mit Oliver Hoffmann. Am Sonntag gab es ein bunt gemischtes Programm, mit Steampunk-Lesungen von Kirsten Brox, sowie Judith und Christian Vogt, dazwischen Poetry-Slam mit El Grasidente. Wie immer war es kein Leichtes gegen den Hintergrundlärm auf der RPC anzulesen.  Umso mehr freute es mich, dass sich engagierte Phantastik-Autoren diesen Stress gaben und das Leseevent wieder einen würdigen organisatorischen Rahmen bekam.

Darüber hinaus war der Mittelaltermarkt auf dem Außengelände einen Besuch wert und bot jede Menge Gelegenheiten, Geld loszuwerden.

Tommy Krappweis © Eva Bergschneider
Tommy Krappweis © Eva Bergschneider

In diesem Jahr gab es sogar ein Kino. Tommy Krappweis hat dort eigenhändig ein weißes Zelt zum Kinosaal umdekoriert, um darin seinen Film „Mara und der Feuerbringer“ zu zeigen. Der Autor der „Mara“-Trilogie und Regisseur stand den Zuschauern für Fragen, Signaturen und Fotos zur Verfügung.  Eine kostenlose Aktion direkt an das Zielpublikum gerichtet und hoffentlich geeignet, den Fantasy-Film ein wenig aus der Kinderfilm-Sparte herauszuholen.

In diesem Jahr hat es sich auch für einen Nicht-Rollenspieler wie mich gelohnt, die RPC zu besuchen.

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