Vicious – Das Böse in uns (Villains 1) – V.E. Schwab

Freunde, Feinde, ExtraOrdinäre

Vicious-Das Böse in uns © Fischer-Tor

Sie waren beste Kumpels und Freunde. Zusammen studierten sie Medizin, teilten sich ein Zimmer im Campus und waren beide in dasselbe Mädchen verliebt. Die Rede ist von Victor Vale und seinem Zimmergenossen und Kommilitonen Eli Ever. Schon während des Studiums wurde klar, dass sie beide ihren Weg machen würden. Die Karriere war vorgeplant, die Tür zu Reichtum und Ruhm stand für die Studenten weit offen.

Dann kam Eli auf die Idee, seine Seminararbeit des aktuellen Semesters über ExtraOrdinäre Menschen zu schreiben und EOs erforschen. Gemeinhin werden diese als Mythen abgetan in dem Glauben, ihre Existenz sei auf Comics beschränkt. Dem Nicht-Akademiker sind sie unter der griffigen Bezeichnung Superhelden bekannt.

Eli ist jung, hartnäckig, ja brillant. Er kommt durch seine Forschungen dem Geheimnis um die EOs auf die Spur. Nahtoderfahrungen in Kombination mit einem eisernen Überlebenswillen scheinen besondere Kräfte im Körper freizusetzen. Geforscht, gedacht, jetzt wird ein spektakuläres Experiment geplant. Wie kann man sich umbringen, ohne endgültig tot zu sein und so an den extraordinären Kräften teilhaben? Wo genügend Wille ist, da ist immer ein Weg.

Beiden gelingt es, ihren Tod zu überleben und mit besonderen Kräften wieder ins Leben zurückzukehren. Dass dabei ihre gemeinsame Freundin stirbt, war nicht vorgesehen und macht aus den bisherigen Freunden erbitterte Feinde. Zehn Jahre später kommt es zur Konfrontation. Und beide besorgten sich Verstärkung der besonderen, der extraordinären Art.

Über Antisuperhelden

V. E. Schwab legte bei Fischer Tor bereits ihre „Weltenwanderer“-Trilogie vor. Nun erscheint in ihrem deutschen Hausverlag der Beginn einer neuen Serie „Villains“, die, ganz dem Trend folgend, sich mit Superhelden beschäftigt.

Anders, als viele ihrer Kollegen, schildert uns die Autorin nicht einfach einen Kampf zwischen Helden, die mit übermenschlichen Kräften ausgestattet sind, und ihren bösen Widersachern. Vielmehr versucht sie uns mit einer anderen Herangehensweise zu überzeugen.

Sie stellt zwei junge Männer ins Zentrum der Handlung, die beide mit Superkräften ausgestattet sind. Und sie konstruiert eine tief verwurzelte Feindschaft zwischen ehemaligen Freunden. Hier, in der Zeichnung der beiden Charaktere, insbesondere in der Darstellung Victors, aus dessen Sicht die Handlung erzählt wird, liegt denn auch die größte Stärke des Romans. Rückblenden berichten über den Werdegang der Protagonisten. Dadurch können wir Victors Handlungen und seine Motivation gut nachvollziehen. Verstehen sogar seinen Hass, der letztlich zu der Vendetta führt.

Dazu stellt V. E Schwab ihren beiden zentralen Akteuren weitere interessante Figuren an die Seite. Menschen, die ebenfalls ungewöhnliche Kräfte besitzen. Die Faszination entsteht hier durch eine Mischung von sinisteren Geheimnissen um die EOs, die mit einer gehörigen Prise Horror dargeboten werden. Wer es düster mag, kommt mit dieser Geschichte voll auf seine Kosten.

So ist „Vicious-Das Böse in uns“ nicht der typische, fast schon austauschbare Superheldenroman, sondern ein Werk, das keinem good guy/bad guy Schema folgt und erfolgreich versucht, neue Wege zu gehen.“ Das Böse in uns“ ist ein Serienauftakt, der durch die Retrospektiven das Erzähltempo meistens hoch hält und dennoch einige Längen nicht vermeiden kann. Nichtsdestotrotz bietet die Geschichte Dramatik und hat jede Menge gruseliger Szenarien im Gepäck. So darf es in den Folgebänden gern weitergehen.

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Carsten Kuhr

Vicious - Das Böse in uns
Villains Band 1
V.E. Schwab (Übersetzung: Petra Huber und Sarah Riffel)
Urban-Fantasy
Fischer-Tor
November 2019
381

Funtastik-Faktor: 73

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