Die wundersame Geschichte der Faye Archer – Christoph Marzi

Phantastisches Verwirrspiel um die Liebe

Faye Archer © Heyne
Faye Archer © Heyne

Manchen Büchern, die man in die Hand nimmt, scheinen bestimmte Klischees anzuhaften. „Frauenbuch“ oder „kitschig“ kommt einem vielleicht in den Sinn, wenn man Christoph Marzis „Die wundersame Geschichte der Faye Archer“ ansieht. Mit der freundlich hellen Hintergrundfarbe und der naiven Malerei auf dem Cover, darüber der Titel in kunterbunter Reliefschrift geschrieben. Auch der Klappentext scheint dies zu bestätigen, eine „berührende Liebesgeschichte“ wird angekündigt.

Der verstorbene Literaturpapst Marcel Reich-Ranicki sagte einst, dass es in der Literatur nur die Liebe und den Tod als relevante Themen gäbe, das wäre ein guter Grund, „Faye Archer“ zu lesen. Aber schreibt Christoph Marzi nicht eigentlich Fantasy?

weiterlesen

Die wundersame Geschichte der Faye Archer
Christoph Marzi
Fantasy
Heyne
August 2013
384

Funtastik-Faktor: 68

Der Bund der Zwölf – Miriam Pharo

Magie, Musik und Spannung pur

Der Bund der Zwölf © Miriam Pharo
Der Bund der Zwölf © Miriam Pharo

April 1926: Vincent Lefèvre betreibt in Paris den Nachtclub „Nuits Folles“. Das die Gäste ausbleiben, liegt nicht an der Konkurrenz durch das Moulin Rouge, sondern an der geheimnisvollen Methusalem-Seuche, die immer mehr Opfer fordert. Die Pariser bleiben daheim, anstatt sich zu amüsieren. Ihren markanten Namen verdankt die tödliche Krankheit dem Erscheinungsbild ihrer Opfer. Sie altern von jetzt auf gleich und sterben als Greise, selbst wenn sie kaum das Erwachsenenalter erreicht haben.

Der schlechte Umsatz macht Vincent leichtsinnig. Er verzockt fünftausend Franc beim Pferderennen, die er sich von einer berüchtigten Gangster-Lady geliehen hatte. Schuldeneintreiber hinterlassen bei Vincent ihre Visitenkarte in Form einer gebrochenen Nase.

weiterlesen

Der Bund der Zwölf
Miriam Pharo
Phantastik-Plus
TWENTYSIX
Februar 2016
380

Funtastik-Faktor: 78

S – J.J. Abrams und Doug Dorst

Wie ein Buch zum Leseexperiment wird

S © Kiepenheuer & Witsch
S © Kiepenheuer & Witsch

Wie lest ihr Bücher? Für gewöhnlich nimmt man es in die Hand, schaut sich vielleicht das Cover und den Klappentext an, um dann das Buch aufzuschlagen und Seite um Seite zu lesen. So einfach machen es uns J.J. Abrams und Doug Dorst mit ihrem Roman „S“ nicht, davon konnte ich mich bereits bei der Ansicht der Originalausgabe auf der Leipziger Buchmesse 2015 überzeugen.

Bevor man das Buch aufschlagen kann, gilt es erst einmal das Siegel zu zerreißen und es aus dem Schuber zu nehmen, in dem das Buch steckt. Und dann hält man ein Exemplar in Händen, das aussieht, als stamme es aus den 50er Jahren. „Das Schiff des Theseus“ lautet nun der Titel und sein Autor heißt V.M Straka. Der Blick in das Buch offenbart vergilbte Seiten, Stempel aus einer Leihbücherei, allerlei Gekritzel und eingelegt Blätter, Postkarten, eine Serviette, Briefe, Zeitungsartikel, eine Dechiffrierscheibe und und und. Spätestens jetzt hat der geneigte Leser mitbekommen, dass es sich bei dem Buch mit dem Titel „S“ zumindest in der Gestaltung um ein absolut außergewöhnliches Exemplar handelt und

weiterlesen

S
J.J. Abrams und Doug Dorst
Phantastik-Plus
Kiepenheuer & Witsch
Oktober 2015
544

Funtastik-Faktor: 70