Landläufiger Tod – Gerhard Roth

Bericht aus dem Irrenhaus

Landläufiger Tod - Gerhard Roth © S. Fischer Verlag
Landläufiger Tod © S. Fischer Verlag

Im Jahr 1980 begann Gerhard Roth mit „Der stille Ozean“ seinen sieben Bücher umfassenden Zyklus „Die Archive des Schweigens“, den er 1991 mit dem Essayband „Eine Reise in das Innere von Wien“ beendete. Er befasst sich in diesem Zyklus mit der jüngeren Geschichte Österreichs. Den Mittelpunkt und dritten Band bildet „Landläufiger Tod“, dessen erste Ausgabe 1984 nach Entfernung einzelner Teile aus dem Manuskript mit einem Umfang von 783 Seiten erschien.

Nun ist der Roman 33 Jahre später in der ursprünglich beabsichtigten Fassung erschienen, als um rund 100 Seiten erweiterte Neufassung und überarbeitete Ausgabe, beworben als „Ein Traum- und Märchenbuch für Erwachsene“.

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Landläufiger Tod
Die Archive des Schweigens, Band 3
Gerhard Roth
Phantastik Plus
S. Fischer Verlag
Mai 2017
972

Funtastik-Faktor: 84

Die wundersame Geschichte der Faye Archer – Christoph Marzi

Phantastisches Verwirrspiel um die Liebe

Faye Archer © Heyne
Faye Archer © Heyne

Manchen Büchern, die man in die Hand nimmt, scheinen bestimmte Klischees anzuhaften. „Frauenbuch“ oder „kitschig“ kommt einem vielleicht in den Sinn, wenn man Christoph Marzis „Die wundersame Geschichte der Faye Archer“ ansieht. Mit der freundlich hellen Hintergrundfarbe und der naiven Malerei auf dem Cover, darüber der Titel in kunterbunter Reliefschrift geschrieben. Auch der Klappentext scheint dies zu bestätigen, eine „berührende Liebesgeschichte“ wird angekündigt.

Der verstorbene Literaturpapst Marcel Reich-Ranicki sagte einst, dass es in der Literatur nur die Liebe und den Tod als relevante Themen gäbe, das wäre ein guter Grund, „Faye Archer“ zu lesen. Aber schreibt Christoph Marzi nicht eigentlich Fantasy?

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Die wundersame Geschichte der Faye Archer
Christoph Marzi
Fantasy
Heyne
August 2013
384

Funtastik-Faktor: 68

Der Bund der Zwölf – Miriam Pharo

Magie, Musik und Spannung pur

Der Bund der Zwölf © Miriam Pharo
Der Bund der Zwölf © Miriam Pharo

April 1926: Vincent Lefèvre betreibt in Paris den Nachtclub „Nuits Folles“. Das die Gäste ausbleiben, liegt nicht an der Konkurrenz durch das Moulin Rouge, sondern an der geheimnisvollen Methusalem-Seuche, die immer mehr Opfer fordert. Die Pariser bleiben daheim, anstatt sich zu amüsieren. Ihren markanten Namen verdankt die tödliche Krankheit dem Erscheinungsbild ihrer Opfer. Sie altern von jetzt auf gleich und sterben als Greise, selbst wenn sie kaum das Erwachsenenalter erreicht haben.

Der schlechte Umsatz macht Vincent leichtsinnig. Er verzockt fünftausend Franc beim Pferderennen, die er sich von einer berüchtigten Gangster-Lady geliehen hatte. Schuldeneintreiber hinterlassen bei Vincent ihre Visitenkarte in Form einer gebrochenen Nase.

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Der Bund der Zwölf
Miriam Pharo
Phantastik-Plus
TWENTYSIX
Februar 2016
380

Funtastik-Faktor: 78